Dienstag, 14. Mai 2013

Testbericht: Gaskocher Optimus Vega


Der Optimus Vega ist ein 4-Season-Gaskocher mit Schlauchanschluss. Mit im Lieferumfang enthalten sind ein auf zwei Größen regulierbarer Aluminium-Windschutz und ein Aufbewahrungsbeutel.

Technisches:

Brennstoff:                   Butan, Isobutan, Propan
Leistung:                      1400 W (Effizienz-Modus), 3700 W (4-Season-Modus)
Gewicht:                      178 g
Maße:                          130 x 70 x 65 mm

Kochdauer:

Diesen Punkt fasse ich separat, denn die Kochdauer hängt bekanntlich von vielen Dingen ab.
(Umgebungs-, Wasser-, Gastemperatur, …) Vom Hersteller sind 3min/l im 4Season-Modus und 4.30min/l im Effizienz-Modus angegeben. Genaue Angaben zu den Anfangsbedingungen dieser Messung werden allerdings nicht gegeben.

Um einen Vergleich bieten zu können, testete ich den Vega mit demselben Behälter wie das Sol-Kochsystem, nämlich dem 500ml Sol-Kochaufsatz, bei änlicher Umgebungs-, Wasser- und Gastemperatur.

500 ml Wasser von 15°C, brachte der Vega in 1.55 min im Effizienzmodus und in sagenhaften 1.14 min im 4-Season-Modus zum Kochen. (Gastemp.: ~20°C). Damit liegen die Werte dieser Messung jeweils ~1/2 min unter den Herstellerangaben.

Um extreme Kälte zu simulieren kühlte ich das Gas auf -18°C ab. Der Vega ging im Effizienzmodus einwandfrei an und brachte 500ml 15°C warmes Wasser in 3.35min zum Kochen. Man sollte beachten, dass nach dem Zudrehen der Gaszufuhr noch eine kurze Zeit das Restgas, das sich noch im Schlauch befindet, verdampft und verbrannt wird.


Handhabung:

Da dem Vega eine wirklich gute und ausführliche Bedienungsanleitung beiliegt, möchte ich hier nicht erklären, wie man den Kocher benutzt. Allerdings möchte ich ein paar Worte zur Handhabung verlieren.
Beim Aufbauen des Kochers sollte man unbedingt darauf achten, dass bevor man die Gaskartusche anschraubt die Regulierung des Kochers wirklich zu ist. Es kann durchaus sein, dass es kocherabhängig ist, in welcher Position der Kocher sich zusammenbauen lässt. Allerdings hat mein Testkocher die Macke, dass man das Ventil ein Stück aufdrehen muss, um es einzuklappen. Dies kann allerdings wie gesagt auch produktionsabhängig sein, da wahrscheinlich vor der Bohrung nicht die Phase des Gewindes überprüft werden kann.


Im Allgemeinen fühlt sich der Vega sehr robust an, sodass man nicht befürchten muss ein Teil abzubrechen, wenn man es mal kräftiger anfasst. Trotz der insgesamt robusten Bauweise ist die Gasregulierung sehr feinfühlig.
Durch die Gaszufuhr via Schlauch hat der Kocher zudem einen enorm niedrigen Schwerpunkt, was vor allen Dingen das Kochen mit großen und schweren Topfen angenehm macht.

Windschutz:

Der mitgelieferte Windschutz erfüllt seinen Zweck. Da es sich um einen gefalteten Alu-Windschutz handelt, lässt sich dieser zwar enorm klein verpacken, allerdings gibt es auch deutlich robustere Bauweisen. Die Lebensdauer des Windschutzes ist durch das ständige Falten enorm beschränkt. Man kann aber auch darauf achten ihn nicht immer an den gleichen Stellen zu falten, wodurch Risse deutlich hinausgezögert werden können.

Fazit:

Mit dem Optimus Vega kauft man einen leistungsstarken, robusten Kocher, der keine wirklichen Schwachstellen hat und mit dem man auch bei niedrigen Temperaturen gewappnet ist. Der 4-Season-Modus verbraucht zwar viel Gas, bringt aber dementsprechend auch Leistung unter den Topf. Preislich checkt der Optimus Vega bei ca. 95€ ein.


Dienstag, 16. April 2013

Regen aus - Sonne an !

Was war eigentlich mit diesem Winter los. REGEN, nichts als REGEN! Irgendwann hat man resigniert eingesehen, dass es mit dem Wochenendtrip in die erreichbaren Boulder/-Kletterspots aufgrund von deprimierender Dauerfeuchte und Tristesse einfach nix wird.
Je mehr sich die Semesterferien dem Ende neigten, desto ungeduldiger wurde ich. Irgednwann sollte es doch wohl noch einmal möglich sein in den letzten freien Tagen etwas trockenen Fels unter die Finger zu bekommen. Da sich allerdings an dem Dauerwinter in Deutschland nix ändern sollte hieß der neue Plan Südfrankreich, genauer gesagt St. Léger.


St. Léger, das bedeutet überhängendes Sinter und Leistengeballer vom Feinsten. Der Fels bietet hauptsächlich Touren im 7. und 8. Franzosengrad. Man sollte also mindestens 7a klettern, um in dem Gebiet richtig Spaß zu haben. Da die Touren insgesamt stark überhängen, gibt es bei jedem Wetter trockenen Fels und zwar auch dann, wenn das Wetter eigentlich Weltuntergangsstimmung verspricht.
Die Routenlänge rangiert dabei zwischen 15m und 35m, wobei es auch einzelne Ausnahmen mit bis zu 50m gibt. Man muss aber auch beachten, dass sich der Fels ähnlich verhält wie der fränkische Kalk. Das bedeutet, dass es insbesondere im Frühjahr ganz schön aus den Wänden rausdrücken kann. Die Wände sind allerdings in alle Himmelsrichtungen ausgerichtet, sodass man Jahreszeiten orientiert die Wand wählen kann. Die Südwand ist allerdings flächenmäßig die größte.

Paul in "Spit Bull, 8a+"

Nach der langen Kletterpause starteten wir mit den kürzeren Touren, um uns dann langsam bis zu den 35m Ausdauerkrachern hochzuarbeiten. Unsere Highlights der kurzen Routen waren mit Sicherheit "Spit Bull, 8a+" und "Spit Bouse, 8a+" Gekrönt wurden die ersten 3 Tage mit perfekt blauem Himmel und Wind, wodurch wir erstmal unsere Sonnenakkus wieder aufladen konnten und gleichzeitig gute Bedingungen hatten. 

Dann schaute auch in Südfrankreich das europäische Tief vorbei. Das konnte uns allerdings ziemlich egal sein, da wir erstens nicht wie die Leute in Stuttgart in 20cm Schnee versanken und zweitens eh 70% der Routen trocken bleiben.Der ganze Spuk war aber auch nur von kurzer Dauer und es galt Regen aus -Sonne an! für die übrigen Tage.
Weitere Highlights waren auf jeden Fall "Al Andalouse, 8a" und die Panoramakante " Sault qui peut, 8a" 

Hans bei einem Versuch in "Sault qui peut, 8a"

Wenn man 8b klettern kann sollte man sich auf jeden Fall auch "Praniania" anschauen. Hier wird einem wirklich alles geboten: Mantel, Sinter, Überhang und Plattenrunout. Leider war der Urlaub für den Durchstieg dann doch zu kurz, aber Praniania ist sicher einer der Gründe für die nächste Fahrt in den Süden.

Chris in "Praniania, 8b"

Kaum kamen wir aus dem Süden zurück, kam auch die Sonne in Deutschland und dem Rest von Europa zum Vorschein. Die Kletersaison kann also endgültig starten. Da es ja nun auch in unserer Nähe schön wurde, stand einem Wochenendabstecher ins Kronthal auch nichts mehr im Wege. Mit südfranzösichher Ausdauer gelangen mir so kurz vor Semesterstart auch noch ein paar schöne Routen, wie "Le Théâtre du Nô, 8b", "Le Tango des grabataires, 8a" und "De la terre à l' Une, 8a" 

 altes Video von Jochen in "Théâtre du Nô, 8b"
Wie heißt es so schön Ende gut alles gut, aber etwas früher hätte die Sonne schon rauskommen können.




Freitag, 15. März 2013

Testbericht: Blue Ice Kletterrucksack Yeti 30l


Technisches:

Außenhaut                   420D Rip-Stop Cordura
Bodenmaterial             850D Ballsitic Cordura,
Schnallen                     210D Nylon Rip-Stop, Acetal Duraflex Schnallen,
Reisverschlüsse          YKK (Deckelfach zusätzlich verschweißt)

Gewicht:                      0,84 kg bis 1,36 kg (abhängig davon welche Teile des Rucksacks man entfernt;
                                     insb. Hüftgurt)

Belüftung:                    über Rückenpolsterung  (besitzt Vertiefungen, durch die  Luft an  den  Rücken
                                     gelangt)

Erster Eindruck:

Das Erste, was einem am Blue Ice Yeti auffällt ist die hohe Flexibilität. So lassen sich die an den Trägern angebrachten Materialschlaufen abnehmen, ebenso wie der Hüftgurt, das Deckelfach und zwei weitere Riemen, mit denen Ski, Snowboard oder Eispickel und Ähnliches am Yeti befestigt werden können.
Allerdings fällt auch sofort auf, dass beide Kordelverschlüsse des Hauptfachs sehr schwergängig sind.
 

Aufbau:

Stauraum bietet der Yeti reichlich. Die 30Liter Volumen bieten Platz für Alles, was man für einen Klettertag benötigt. Besonders interessant sind aber die vielfältigen Taschen und Details, wie etwa die internen Materialschlaufen, die es erlauben, das in der Summe schwere Klettermaterial aufgeräumt in Rückennähe zu transportieren.
Direkt darunter befindet sich eine flache Einschubtasche mit Gummizug und dahinter eine größere ebenfalls flache Einschubtasche, welche via Reisverschuss verschlossen wird. Im Nackenbereich befindet sich eine Öffnung für ein Trinksystem.



Dies ist das Minimum an Ausstattung des Yetis, welches durch externe Materialschlaufen an den Trägern, sowie durch eine Tasche für Kleinigkeiten am Hüftgurt und das Deckelfach (+ 5Liter) ergänzt wird. Letzteres bietet neben dem großen Hauptfach noch einmal zwei brieftaschengroße Fächer, von denen eins im Inneren und eins unter dem Deckelfach liegt. (siehe Bilder)
Der Yeti ist ein Toploader. Das heißt, dass man seine Sachen nur von oben erreicht. Ein schnelles Herankommen an den Autoschlüssel, den man versehentlich auf dem Boden des Rucksacks versenkt hat, ist also ausgeschlossen.
Der Aufbau des Rucksacks ist allerdings durchdacht und bietet für alles eine spezielle Tasche, sodass der oben geschilderte Fall bei einem geschickten Packen nicht vorkommen sollte.

Gebrauch:

Der Rucksack ist für Klettertouren oder Alpintouren konzipiert. An seiner Außenseite bietet er zudem Haltemöglichkeiten für Ski, Snowboard, Kletterseil und Eispickel. Zudem besitzt der Rucksack Haul-Schlaufen, was das Sichern und Nachziehen in der Wand ermöglicht.




Die dicke Rückenpolsterung ist sehr bequem, was bei sachgemäßer Bepackung das Tragen angenehm macht. Man sollte allerdings vor dem Kauf überprüfen wie viel Platz man wirklich braucht, denn 30 Liter sind schnell befüllt. Wer daher eine größere Tour plant, sollte auch den Yeti mit 45 Liter Volumen in Erwägung ziehen.
Wer nur einen Rucksack für einen Tag im Klettergarten benötigt, der ist mit dem 30l Yeti auch gut bedient. Allerdings ist hier die Topload-Konstruktion etwas unpraktisch und man ist mit alternativen Konstruktionen, die Zugriff auf jeden Teil des Rucksacks bieten, besser beraten.

Fazit:

Der Yeti bietet eine Vielzahl an Transportoptionen und ist dabei sehr flexibel. Durch die große Auswahl an Taschen kann wunderbar Ordnung gehalten werden.
Das Cordura-Material, welches auch für Crashpads und über den Klettersport hinaus auch vom Militär benutzt wird, ist überaus robust. BlueIce gibt zudem eine Garantie für einwandfreie Materialien und ersetzt den Rucksack, sollte dies ausnahmsweise nicht der Fall sein. Nervig sind jedoch die Kordelzüge am Hauptfach, die einfach nicht richtig schließen wollen.
Alles in allem ist der Rucksack eine gute Wahl für alle die ihn nicht nur auf der Kletter- oder Alpintour benutzen wollen, dort aber auch auf keinen Comfort verzichten möchten.

Preis:

Der Yeti (30l) kostet um die 130€ was ihn im preislichen Mittelfeld der Kletter-/Alpinrucksäcke ansiedelt. Die größere Variante (45l) liegt bei 150€.

Donnerstag, 14. März 2013

Testbericht: Black Diamond Icon Stirnlampe

Technisches:

5 Leuchtmodi:
1 QuadPower LED                  stufenlos dimmbar
2 SinglePower LEDs               stufenlos dimmbar, strobe
2 rote SinglePower LEDs        stufenlos dimmbar, strobe       

Zusätzlich gibt es einen Sperrmodus, der ein ungewolltes Angehen der Lampe verhindert.
Ein farbiges Licht an der Unterseite gibt den Batteriestatus an.

Wasserdichtigkeit: IPX7 (30min in 1m tiefem Wasser)
Gewicht: 230g incl. 4 AA Batterien

Leuchtkraft und -dauer:

Die QuadPower LED liefert maximal 200 Lumen mit einer Leuchtweite von circa 100m und ist regulierbar auf ein Minimum von 4 Lumen was immer noch für 14 m Sicht reicht.
Auf Maximalbetrieb reichen die Batterien für eine Betriebsdauer von 75h; im Minimalbetrieb für 175h.

Die SinglePower LEDs liefert maximal 35 Lumen mit einer Leuchtweite von 10m bei 75h Betriebsdauer und auf Minimalbetrieb 4 Lumen und eine Leuchtweite von 4m bei 250h Betriebsdauer.



Erster Eindruck:

Die Lampe wirkt überaus gut verarbeitet und robust. Durch das geringe Gewicht fällt einem zudem kaum auf, dass man eine Stirnlampe mit externem Batteriefach trägt. Die Verpackung der Lampe ist edel, allerdings auch sehr umständlich, was das zerstörungsfreie Auspacken nicht ganz leicht gestaltet.


Zu den Funktionen:

Alle Leuchtmodi sind mit nur einem einzigen Knopf zu bedienen und reagieren auf unterschiedliche Drückzeiten. Auf Details möchte ich hier verzichten, da diese in der Anleitung explizit erklärt sind.
Als besonders praktisch erwiesen sich auf den letzten Touren die Sperrfunktion und die Dimmfunktion. Erstere verhindert das ungewollte Einschalten beim Verstauen im Rucksack, was bei allen meinen bisherigen Lampen diverse Male beim Verladen passiert ist und so schon auf der Reise die Batterien leer saugt.
Die Dimmfunktion macht die Stirnlampe absolut anpassungsfähig an die gegebenen Lichtverhältnisse und Situationen.

Einsatz:

Die Lampe ist so ziemlich für alles im Bergsport geeignet. Durch die hohe Leuchtkraft ist für eine Nightsession nunmehr nur noch eine Lampe notwendig (eventuell auch eine zweite um Schlagschatten zu vermeiden). Die Stirnlampe ist zudem sehr angenehm zu tragen und macht auch beim Bouldern jede Bewegung mit.
Durch die Dimmfunktion gibt es dann auch keinen Ärger beim gemeinsamen Kochen, denn  auch 35 Lumen sind ganz schön hell und können für den Gegenübersitzenden sehr unangenehm sein.
Mittlerweile gibt es ja auch Stirnlampen mit über 1000 Lumen Leuchtkraft. Von diesen würde ich allerdings abraten, es sei denn, man hat vor Downhill zu fahren oder Ähnliches, wobei man extremes Fernlicht benötigt. Selbst die Reflexionen des Lichtkegels können bei solchen Lampen beim Bouldern schon unangenehm sein. 
Die Unterwassereignung habe ich nicht explizit getestet, allerdings hatte die Icon keine Probleme mit vier Tagen Dauerregen. Wer also die Lampe zum Canyoning verwenden will kann sie trotzdem dank 3-jähriger Herstellergarantie getrost einsetzen.
Wer es noch extremer mag, für den hat Black Diamond die Polar Variante hergestellt, die sich von der Standard Icon durch ein externes Batterieteil unterscheidet, welches man in der Jackentasche verstauen kann, um es so vor Kälte zu schützen.

Fazit:

Eine wirklich solide Stirnlampe, die jede Nachtaktion auch bei extremen Regen problemlos mitmacht. Die Dimmfunktion und die Sperrfunktion runden das Gesamtpaket der Stirnlampe ab. Einziges Manko ist die Verpackung, die zwar wie bereits erwähnt sehr edel erscheint allerdings sehr umständlich ist, sodass man eine Weile braucht, wenn man nicht alles zerreißen will. Hier besteht etwas Verbesserungsbedarf, allerdings schränkt dies die Funktion der Icon in keiner Weise ein und ist somit fast nebensächlich.

Preis:

Mit circa 90€ nicht ganz billig, allerdings bietet die Stirnlampe wirklich alles, was man sich wünschen kann. Die Polar Edition kostet circa 100€.




Sonntag, 10. März 2013

Neues aus Brione

Nachdem ich mehr oder weniger im Oktober zuletzt mehr als 2 Tage unterwegs war und beim letzten Brionetrip einige Dinge unverichtet gelassen hatte, freute ich mich umso mehr nun endlich die letzten Klausuren hinter mich gebracht zu haben. Samstags wurde natürlich auch dementsprechend gefeiert, sodass am Sonntag danach erstmal eine Zwangspause vorm Urlaub eingerichtet wurde. Montag morgens gings dann um 6 Uhr morgens Richtung Brione. Da noch einiges auf der Fahrt zu erledingen war kamen wir allerdings doch erst abends dort an, wo Joshi schon auf uns wartete. 
Im letzten Brionebericht hatte ich ja bereits vom Projekt "Captain Ticino" geschrieben. In den vergangenen Monaten wurde dieser von guten Freunden geklettert und hört jetzt auf den Namen "Black Pearl". Lustigerweise hatte ich diesen Namen zuvor auch schon angedacht, sodass mir die Umgewöhnung jetzt nicht so schwer fiel. Zurück zum Thema: Black Pearl hatte es mir vor einigen Monaten angetan und so freute ich mich umso mehr nun an den Block zurückzukehren und die alte Rechnung zu begleichen. Montags hatten wir direkt einige super Go's allerdings verwehrte uns der Block den schnellen Erfolg und so wurde der Durchstieg auf den nächsten Tag verlegt. So unser Plan. Die Pads ließen wir grad da und so wurde direkt morgens dort angegriffen. Gepusht von den morgendlichen Espressi gelang mir dann auch schnell der Durchstieg. Alex hatte leider nicht soviel Glück und fiel wieder knapp vorm Top ab. Der Boulder gehört meiner Meinung nach sicherlich zu den Top 5 in Brione und checkt im Mittel je nach Körpergröße so bei 8A+ ein.


Kurz danach schaute ich mir noch Heikos "Magna Mater, 7B" an. Ein wirklich geiler kleiner Bug den man über die erste Treppe nach der Galerie im Bachbett findet. An dieser Stelle wünsche ich Heiko nochmal ne gute Besserung, der mit einemweiteren Bruch scheinbar vom Pech verfolgt wird.
Am gleichen Tag fanden wir noch ein schönes Dach in der Nähe vom Whirlpool, der allem Anschein nach immer noch keine Wiederholung hat. Dieses hat Joshi geputzt und das Landing hergerichtet, sodass es auf den Namen "Joshi' s Island" hören wird. Das zeigt mal wieder wie viel Potential noch in dem kleinen Gebiet steckt das vermeintlich schon vor vielen Jahren ausgereizt wurde. Leute schaut euch mal um. Es gibt noch viel zu entdecken! 
Abends gings dann ins Val Bavona, wo wir uns ebenfalls auf die Suche nach versteckten Perlen gemacht haben. Dort trafen wir Kaddi und Scot die Dienstags schon einige tolle Blöcke im Flussbett gefunden hatten. Leider behiehlt der Wetterbericht Recht und das Wetter änderte sich über Nacht von strahlend blauem Himmel zu ekelhaftem Dauerregen.




Unserem Auftrag Blöcke zu finden tat dies aber keinen Abbruch und so stapften wir 3 Tage durchs Val Bavona bis nichts mehr an uns auch nur noch annähernd trocken war. So wissen wir zuindest wo wir beim nächsten Mal die Bürsten und die Pads auspacken. Fürs Wochende zogen wir dann in die Casa Eva in Cerentino, wo wir endlich einige unserer Sachen wieder am Kaminfeuer trocknen konnten. Die herzlichen Besitzer die uns mit Essen, Kuchen, Zitronenlikör und Steinpilzpulver versorgten gaben dem Trip dann doch noch das gewisse Extra, zumal beim Gespräch am letzten Abend herauskam, dass der Cousin des Besitzers "Off the Wagon" zu einer Tischplatte verarbeiten wollte, da sich der Block hierfür hervorragend eignen würde. Gescheitert ist dies dann nur an einer Formalität. Etwaige Wiederholer sollten sich also beeilen bevor der Boulder zersägt wird. Nach 4 Tagen rumgestapfe im Regen hatten Alex und ich dann auch keine Lust mehr, zumal der Wetterbericht auch nicht vielversprechend war. Umsonst war das Ganze aber nicht, denn ein paar neue Boulder wird es in den beiden Tälern demnächst auf jeden Fall geben.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Franken Spezial

Nachdem die letzte Zeit die Uni ein wenig im Vordergrund stand und das Wetter es mir bis auf einen einzigen Tag in den letzten 4 Wochen nicht zugelassen hat draußen zu bouldern, freute ich mich umso mehr, als ich endlich wieder meine Sachen zusammen packen konnte, um ins Fränkische zu fahren.
Diesmal war meine Makita allerdings mit am Start, denn das Hauptziel war: Boulderschrauben im neuen Kletterzentrum Bayreuth. Die Halle wird von der DAV Sektion-Bayreuth geführt und wer jetzt denkt in solchen DAV Hallen, da geht doch eh nix, der irrt gewaltig. Da Bilder mehr erzählen können als Worte hier ein paar Impressionen:




Alle Wände sind 4,50 hoch und bieten Formen und Neigungen in allen Variationen. Ein kleiner aber überaus feiner Bouldertempel. Wenn man hier nicht stark wird, dann wird mans nie ;-)

Samstagvormittags hatte ich noch die Option endlich wieder Fels unter die Finger zu bekommen. Da das Wetter überaus gut war (-6°C, blauer Himmel) waren die Erwartungen an den Tag auch nicht zu niedrig gesteckt. Und so gings erst ans "Terminator ext., 8A/A+" mit dem ich noch eine alte Rechnung offen hatte. Die ersten Go's fühlten sich vielversprechend an und nach kurzer Zeit hatte ich das riesige Abschlussband in der Hand. 



Da noch ein wenig Zeit war, traf ich mich dann noch mit Tom, Milena und Jan, um noch ein wenig am "Zerberus, 8B" und am "Unterdrückung, 7C" zu probieren. Letzteres ging recht flott mit einem Ägypter quer durchs Dach. Zerberus ließ nur Auschecken von Einzelzügen zu, da der Start komplett vereist war.

Boulderaction am "Unterdrückung"


Nachmittags gings dann an die Arbeit und mit Pizzabrötchen gestärkt schraubten wir bis ca 2:00 Uhr morgens. Da noch Besuch für Sonntag anstand, wurde trotz allem früh aufgestanden und geputzt. Ich machte mich dann auf und checkte noch "Riot Act, 8B+", fuhr aber dann doch weiter zum "Mr. Bombastic, 8A", welches mir nachdem ich erstemal die Beta raus hatte ziemlich gut reingelaufen ist und schnell abgehakt werden konnte. 
In Anbetracht der niedrigen Temperaturen und dem Schnee machte ich mich dann auf den Rückweg nach Mainz, was ein ziemlicher Horrortrip wurde und mein Fiat wie ein Schneepflug die weiße Pest bei 30km/h auf der Autobahn vor sich herschub.



Freitag, 4. Januar 2013

Testbericht: Jetboil Sol Kochsystem

Erster Eindruck:

Die Plastikhülle des Kochers lässt sich leicht entfernen, da diese nicht verschweißt ist, sondern mit Druckstellen zusammengehalten wird. Der Verpackung liegt allerdings keine Gebrauchsanweisung bei. Stattdessen findet sich eine Einladung zu einem Gewinnspiel, an dem man nur als amerikanischer Bürger teilnehmen kann. Den hierfür verbrauchten Platz hätte man auch für eine kurze Anleitung verwenden können. Allerdings findet sich auf der Homepage ein Video zur Benutzung, dass jedoch nur knapp auf die Funktion des Kochers eingeht. Das Video findet sich unter:
unter „Recources“ auf dergleichen Seite findet sich eine Anleitung im pdf-Format.

Zu den Bauteilen:

Zu dem Sol Kochsystem gehört ein Standfuß, das Kochmodul, ein universeller Kochaufsatz für Töpfe und Ähnliches, der Sol Kochaufsatz für max. 800ml Wasser und zwei Abdeckungen. Alle Bauteile lassen sich im Sol Kochaufsatz verstauen. 


 aufklappbarer Standfuß für zwei Gaskartuschengrößen für einen stabilen Stand


Der Kocher ist kompatibel mit den gängigen Schraubkartuschen. Die Jetboilkartuschen lassen sich dank geringerem Durchmesser zudem in den Sol Kochaufsatz verstauen.



Das Kochmodul besitzt einen praktischen Piezozünder und eine gut dosierbare Gaszufuhr. Die Bedeutung des mit * gekennzeichneten Bauteils konnte ich jedoch nicht herausfinden.
EDIT: Das Bauteil dient der Temperaturregulierung, sodass der Kocher bis -6 °C gut verwendet werden kann.
Die Klammer oberhalb der Feinjustage hält die Einzelteile des Kochmoduls zusammen. Sie lässt sich relativ leicht entfernen, allerdings nur schwer wieder einsetzen. Es ist allerdings nicht schlecht zu wissen, dass man durch die Entfernung auch das Kochmodul  bis zu einem gewissen Grad zerlegen kann.



universeller Kochaufsatz für Töpfe oder Ähnliches

Er lässt sich mit dem Kochmodul durch Drehen verbinden. Dabei verhaken sich die Klammern (rechtes Bild) mit den runden Ausstanzungen des Kochmoduls.

Sol Kochaufsatz verbunden mit dem Kochmodul


 Verbindungsstelle des Sol Kochaufsatzes mit dem Kochmodul



Auf dem Bild lässt sich erkennen wie man den Sol Kochaufsatz mit dem Kochmodul verbindet. Es lässt sich allerdings nur zu einem gewissen Grad zusammendrehen. Man sollte ebenfalls beachten, dass der Aufsatz bei Benutzung des Kochers nicht mehr zu entfernen ist. Ein einfaches Aufsetzen ohne Fixierung genügt und verhindert dieses Problem. Auf die Wärmeisolierung der Neoprenhülle sollte man allerdings nicht vertrauen. Der Aufsatz wird trotz der Isolation ziemlich heiß.


Zur Funktion:

Mit einer Abweichung von maximal 5 Sekunden bei einer Außentemperatur von ungefähr 15°C ist die mit 2.25min angegebene Kochzeit für 500ml Wasser im Sol Kochaufsatz ziemlich exakt.
Der Fluxring sorgt dabei für eine optimale Wärmeübertragung und verhindert eine hohe Wärmedissipation an die Umgebung. Zudem wird der Gasverbrauch gesenkt.
Der Hersteller gibt diesen mit 100g/h an, was mit dem Sol Kochaufsatz dank Fluxring für bis zu 12 Liter kochendes Wasser reichen soll.
Interessant ist auch die Kompatibilität des Kochers mit anderen Jetboil Produkten, wie beispielsweise einen Frenchpress-Aufsatz. Alle kompatiblen Geräte finden sich auf:
http://shop.jetboil.com/index.php/sol-cooking-system.html

Fazit:

Die Verarbeitung der Bauteile ist solide und weist nur wenige Schwachstellen auf. Allerdings wäre zumindest eine kurze Bedienungsanleitung angebracht, da ein Internetzugang outdoor nicht vorausgesetzt werden kann. Die pdf Anleitung sollte man sich daher am besten ausdrucken und mitnehmen. Es ist merkwürdig, dass nicht einmal auf die Datei verwiesen wird.
Das Sol Kochsystem ist vor allem innovativ, was die kompakte Verstauung des Kochers im Sol Kochaufsatz und die Kompatibilität mit anderen Jetboil Produkten betrifft. Die Kochzeit für ½ Liter Wasser ist mit 2.25 relativ kurz, was den Kocher somit auch bezüglich der Funktionalität auszeichnet.